Bei einem Ausflug zu den Hochmooren bei Raubling ist für die ganze Familie etwas dabei. Besonders dann, wenn das Ziel die Moorstation bei Nicklheim ist. Hier gibt es neben viel Natur, Tieren und Pflanzen, natürlich das Moor, eine Mooreisenbahn und genug zum Spielen und Entdecken für Kinder.

Die Moorstation Nicklheimer Filze gehört zu den Rosenheimer Stammbeckenmoore und wie man auf unzähligen Schautafeln erfährt, wurde hier bis 2006 noch Torf abgebaut. Seit dem wurden sich teils überlappende Schutzgebiete eingerichtet, um die bedrohte Flora und Fauna zu schützen. Denn lediglich das Sterntaler Filz ist das letzte nicht abgebaute Hochmoor in diesem Gebiet.

Die Moorstation Nicklheim ist als umweltpädagogische Station für Schulen konzipiert, bietet aber auch allen anderen Besuchern einen interessanten Einblick in ein abgebautes und teils renaturiertes Hochmoor. In den wiedervernässten Renaturierungsflächen können zahlreiche Vögel beobachtet werden, welche dieses Gebiet als Brutstätte aufsuchen.

Tour

Unsere Rundwanderung startet am Wanderparkplatz der Moorstation Nicklheim. Eine Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist über die Bahn bis Raubling und dann per kurzer Fahrt mit dem Bus nach Nicklheim möglich. Den GPS-Track zur 7 Kilometer langen Strecke findet ihr am Ende der Seite.

Wir wunderten uns beim Start unserer Wanderung über die vielen Besucher, welche eher in Straßen- statt Wanderkleidung und Schuhwerk unterwegs waren. Tatsächlich konzentrieren sich die meisten Besucher auf das Gelände und die Wege direkt um die Moorstation. Denn hier führt ein 2,5 Kilometer langer, befestigter Rundweg einmal durch die Anlage hindurch.

Vom Parkplatz an führt uns ein kurzer Weg direkt zum 1. Aussichtspunkt im Nicklheimer Moor. Hier folgen wir bereits einem Lehrpfad zur Erdgeschichte und zur Klimaentwicklung, welcher im Zentrum der Moorstation an der Torfarbeiterhütte und dem grünen Klassenzimmer endet. Hier befindet sich ein weiterer Hochsitz samt Aussichtspunkt auf das abgebaute Moor und ebenso endet hier die Moorbahn, welche zum Abtransport des abgebauten Torfes verwendet wurde. Über deren Gleise verlassen wir das Gebiet der Moorstation und wandern nun direkt durch das Moor hindurch. An einigen Stellen kann das Wasser durchaus ein paar Zentimeter auf dem Weg stehen, nasse Füße sind damit unter Umständen garantiert.

Am Rande des Hochmoores geht es erstmal wieder in den Wald hinein, wo nochmal deutlich wird, dass das Hochmoor nicht ohne Grund seinen Namen trägt. Denn zum Wald hin ist ein Gefälle deutlich erkennbar.

Am Lungelbach entlang laufen wir gern Norden um wenig später aus dem Wald heraus kommend, auf einer fast nicht enden wollenden Geraden, wieder quer durchs Moor zu wandern.

Dies ist ein sehr schöner und einsamer Moorpfad mit vielen Fotomotiven. Teile des Pfades sind mit Heidekraut überwuchert, es gibt kleine Brücken und viele feuchte Stellen. Festes Schuhwerk ist spätestens hier ratsam. Und Achtung! Vogelschutzgebiet. Bitte die Wege nicht verlassen, ruhig sein und Hunde an die Leine! Und im Sommer sollte man unbedingt an einen Sonnenschutz denken.

Seit wir die Moorstation verlassen hatten, sind wir auf dem gesamten Pfad durchs Moor keiner anderen Person begegnet. Wir konnten uns beim besten Willen nicht erklären, warum auf diesem besonderes schönen Teil, niemand anders unterwegs war. Sonntag Nachmittag bei bestem Wetter, hätten wir hier mit deutlich mehr Andrang gerechnet.

Am Ende des Pfades müssen wir kurz auf der Landstraße nach Süden laufen. Diese ist allerdings kaum befahren. Wir gelangen schließlich wieder in das Gebiet der Moorstation Nicklheim und folgen entlang den Schienen der Moorbahn, bis uns der Rundwege zurück zum Parkplatz führt.

Touren-Information

Länge:7 km
Gesamtanstieg:70 m

Mit einem Klick auf „Download“ könnt ihr euch den Track als .gpx-Datei herunterladen und im Anschluss auf beliebigen Portalen anpassen oder gleich zur Navigation auf einem Endgerät nutzen.