Am Ende des Kaunertales in den Ötztaler Alpen, liegt der Weißsee- und Gepatschferner. Und hinauf zu diesen Gletschern führt die Kaunertaler Gletscherstraße.

Die für Autos mautpflichtige Hochgebirgsstraße führt in 29 Kehren von Feichten im Kaunertal (1200 m) – vorbei am Gepatschspeicher – bis auf 2750 m, direkt zum Weißseeferner.

Da die Straße im Skigebiet Kaunertal Gletscher endet, ist sie für Auto- und Motorradfahrer nicht so reizvoll wie viele andere Alpenpässe. Ideale Bedingungen also, um diese Straße auf dem Rennrad zu erklimmen.

Als Start für die Tour bieten sich 2 Plätze an. Entweder im Tal in Prutz (864 m) oder aber beim offiziellen Beginn der Kaunertaler Gletscherstraße in Feichten (1200 m). Wer in Prutz startet und über die wenig reizvolle L18 nach Feichten gelangt, hat dann immerhin schon 350 Höhenmeter mehr in den Beinen. Von Feichten aus bis zum Endpunkt am Weißseeferner sind dann 27 Kilometer und 1500 Höhenmeter zu überwinden.

Wer frühst möglich startet hat noch die besten Chancen, vom motorisierten Verkehr zumindest bei der Auffahrt etwas verschont zu bleiben. Je nach Wetterlage sollte man auch beachten, dass ein großer Teil der Straße im Schatten der Bergrücken liegt. Erst auf den letzten steilen Kilometern, kann man etwas die Sonne genießen.

Steigungen

Die ersten Kilometer geht es ziemlich sanft empor. In dem Moment wo man allerdings den Schüttdamm des Gepatschspeicher erblickt, wird es auch das erste Mal etwas steiler. Seitlich am Damm kämpft man sich auf den ersten der 29 Kehren hoch und erblickt schließlich das Staubecken. Zu beiden Seiten des Speichers führt eine asphaltierte Straße entlang, wobei nur der östliche Teil für den Straßenverkehr freigegeben ist. Den westlichen Teil der Straße wählen wir auf der Rückfahrt. Am See geht es nun fast 5 Kilometer eben dahin, bis vor dem Gepatschhaus die nächsten Serpentinen auf uns warten.

Von hier aus lässt sich (noch) eine Talzunge des Gepatschferners erblicken und die letzten 10 Kilometer liegen vor uns. Die Steigung bleibt moderat zwischen 8 und 14 Prozent. Mit etwas Glück lassen sich am Straßenrand, im mittlerweile fast Baum-freien Hochgebirgsgelände, auch Murmeltiere beobachten Als letztes Highlight vor dem „Gipfel“ zeigt sich bald der türkis farbene Weißsee.

3 Kilometer und wenige Kehren später erreicht man das Ziel auf 2750 Meter Höhe. Spätestens hier wird deutlich, warum es zumindest im Sommer schönere Bergankünfte gibt. Wohin man auch blickt, vor einem eine Asphaltwüste und dahinter ein verbauter Gletscher samt Skigebiet, Restaurant, Bergbahn und kleine Sportläden. Spätestens während der Abfahrt ist dieser Anblick aber wieder vergessen.

Die Abfahrt erfolgt bis zum Gepatschspeicher auf der gleichen Straße. Vor dem Speicher kann man nach Westen hin abbiegen und über ein eingezäuntes Almgebiet entlang des Sees zurück fahren. An der Dammkrone stößt man dann wieder auf die gleiche Straße wie bei der Auffahrt.

Insgesamt lässt sich die Tour sehr gut fahren. Die Straßen sind größtenteils gut in Schuss und die Steigungen sind noch im Bereich des erträglichen, zumal sie sich sehr gleichmäßig hinziehen. Die Umgebung ist natürlich einzigartig und nur die Bebauung im Skigebiet trübt die Stimmung etwas. Ohne diese, hätten wir aber wohl auch erst gar keine Kaunertaler Gletscherstraße.

GPS-Track

Bei GPSies könnt Ihr euch den Track ansehen und in verschiedenen GPS Formaten herunterladen. Mit einem Klick auf „Track anzeigen“ landet Ihr dort.

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