Rund herum um das touristisch sehr beliebte Gebiet der Berchtesgadener Alpen, sieht es mit ruhigen Rennrad-Touren eher mau aus. Auch die Auswahl ist durch die bergige und eingekesselte Lage von Berchtesgaden nicht gerade sehr groß. Dennoch gibt es auch hier einige ruhigere Winkel, die man unbedingt einmal mit dem Rennrad erlebt haben sollte.

WICHTIG: Diese Tour und der unten verlinkte GPS-Track, sind in dieser Form nur fahrbar, während sich die per Bus bediente Kehlsteinlinie in Winterpause befindet (Ende Oktober bis Anfang Mai). Die Auffahrt zum Kehlsteinhaus über die Kehlsteinstraße ist ganzjährig für Fahrräder und Fußgänger gesperrt, davon unabhängig aber außerhalb der Bus-Betriebszeiten sicher per Rad befahrbar.

Hirschbichl

Die Tour startet an einem Parkplatz in der Nähe des Naturbades Aschauerweiher bei Bischofswiesen. Sie ist knapp 120 Kilometer lang und es werden annähernd 4.000 Höhenmeter überwuden. Eine entsprechend gute Kondition sollte vorhanden sein.

Auf dem ersten Teil überqueren wir den 1.183 Meter hohen Hirschbichl-Pass. Auf dem Weg dahin durchfahren wir Ramsau mit der idyllischen gelegenen Pfarrkirche St. Sebastian und erreichen kurz darauf den Hintersee. Hier ist dann auch Schluss für den KFZ-Verkehr, sodass es bis Hirschbichl recht ruhig durch ein bewaldetes Hochtal dahin geht. Auf der Strecke verkehrt allerdings auch ein Bus und so ist etwas Vorsicht auf den teils sehr engen Abschnitten nötig. Anschließend macht man mit den ersten 20% bis 30% Steigungen Bekanntschaft. Das Rettungsritzel wird hier auf Dauer beansprucht.

Fast am höchsten Punkt des Hirschbichl übertritt man die Grenze zu Österreich und auf recht unterschiedlich gutem Straßenbelag geht es nun sehr steil hinab nach Weißbach bei Lofer. Im Tal angekommen darf man sogleich umkehren und sich wieder auf Steigungen von bis zu 30% freuen. Der Rückweg bis zum Hintersee ist identisch. Dieser wird schließlich umrundet und größtenteils bergab nähern wir uns Berchtesgaden. Natürlich darf hier ein kurzer Besuch des Königssees nicht fehlen, auf welchen wir von unserem nächsten Ziel, dem Kehlsteinhaus, einen wunderbaren Blick haben werden.

Kehlsteinhaus

Über die Scharitzkehlstraße geht es nach einigen Stichen der Kehlsteinstraße entgegen. An Obersalzberg vorbei, startet man auf knapp 1.000 Höhenmeter den Anstieg zum Gipfelparkplatz am Kehlsteinhaus. Etwa 700 Höhenmeter legt man hier auf einer Länge von 10 Kilometern zurück. Größtenteils steil, bis sehr steil, dafür aber mit einem grandiosen Ausblick auf das Watzmann-Massiv und den Königssee. Auf dem Weg nach oben passiert man etliche kurze Tunnel mit Kopfsteinpflaster, die vor allem bei der Abfahrt beachtet werden sollten.

Am Gipfelparkplatz angekommen, erblickt man 100 Meter über sich das Kehlsteinhaus. Dieses ist dann entweder durch einen Aufzug oder einen Wanderweg zu erreichen. Mit dem Rennrad spart man sich dies höchstwahrscheinlich. Der Ausblick ist phantastisch, aber noch besser die Abfahrt. Vorher erwähntes Kopfsteinpflaster und entgegenkommende Fußgänger und Radler sollten allerdings im Auge behalten werden.

Rossfeld Panoramastraße

Nach der rasanten Abfahrt vom Kehlsteinhaus, geht es auf der leider recht gut befahrenen Purtschellerstraße, später Roßfeld-(Panorama-)straße, wieder etliche Meter, bis auf 1.570 Höhenmeter empor. Sie stellt zudem die höchste durchgehende Straße Deutschlands dar. Entsprechend beliebt ist sie bei Auto- und Motorradfahrern. Die imposante Strecke am Scheitel, bietet einen Blick weit nach Österreich hinein. Selbst Salzburg lässt sich von hier aus gut erkennen.

Die Abfahrt auf breiter, guter Teerstraße gestaltet sich entsprechend schnell. Im Tal führt uns der Radweg an der Berchtesgadener Ache schließlich zurück zum Ausgangspunkt nahe Bischofswiesen.

Mäßig gut trainierte Radler sollten für die 120 Kilometer mindestens 8 bis 10 Stunden einplanen. Im Sommer muss unbedingt ausreichend Wasser mitgeführt werden, da einige Aufstiege nur wenig bewaldet und damit der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

GPS-Track

Bei GPSies könnt Ihr euch den Track ansehen und in verschiedenen GPS Formaten herunterladen. Mit einem Klick auf „Track anzeigen“ landet Ihr dort.

gpsies-tracks