Die Großglockner Hochalpenstraße ist nicht ohne Grund bei Radlern, Auto- und Motorradfahreren gleichermaßen beliebt. Zwischen Ferleiten und Heiligenblut kann man auf 90 Kilometern satte 3.600 Höhenmeter zurück legen und dabei gleich mehrere Highlights bestaunen. Als erstes die Edelweißspitze mit einer legendären Kopfsteinpflaster-Auffahrt, der in unmittelbarer Nähe gelegene Straßendurchbruch und Pass Fuscher Törl, das Hochtor – der Hauptpass der Großglockner-Hochalpenstraße und zu guter letzt die Kaiser-Franz-Josef Höhe samt Blick zum Großglockner und auf die Pasterze.

Dies alles umrahmt vom hochalpinen Panorama der Glocknergruppe, garantiert ein unvergessliches Rennrad-Highlight. Die GPS-Daten zur Tour findet ihr zum Download am Ende des Beitrages.

Tour

Klassischer Weise startet die Tour über die Großglockner Hochalpenstraße oft in Bruck an der Großglocknerstraße. So etwa auch beim Radmarathon Glocknerkönig, wo das Ziel allerdings bereits am Fuscher Törl, bzw. auf der Edelweißspitze erreicht ist. Die Auffahrt von Bruck bis zur Mautstation in Ferleiten ist allerdings wenig abwechselungsreich, sodass wir auf die 400 Höhenmeter gern verzichteten und gleich in Ferleiten gestartet sind.

Der erste Teil der Auffahrt startet auf 1.150 Meter Höhe und bei einer relativ gleichbleibenden moderaten Steigung, geht es über unzählige Steilkurven immer weiter bergauf. Relativ schnell verlässt man den Wald und schraubt sich über Almflächen und später steiniges Gelände empor. Der Ausblick wird dabei immer spektakulärer und wer nicht auf der Jagd nach Bestzeiten ist, wird viele Foto-Pausen einlegen können. Eine Auffahrt am frühen Morgen ist sehr zu empfehlen, da sich der Verkehr dann noch in Grenzen hält. Im Laufe des Tages füllt sich die Großglockner Hochalpenstraße mit motorisierten Verkehr aller Art und Stellenweise fühlt man sich dann wie auf der Autobahn. Der breite Ausbau und gute Asphalt bietet nicht nur uns Rennradlern optimale Bedingungen.

13 Kilometer und 1.300 Höhenmeter später erreicht man den Abzweig zum Fuscher Törl und der Edelweißspitze. Bis zum Gipfel der Edelweißspitze auf 2.571 m sind es nochmal 250 Höhenmeter auf 2 Kilometer Länge. Ab dem Abzweig verlässt man auch den Asphalt und es geht auf Kopfsteinpflaster weiter, welches Bergauf recht angenehm zu fahren ist. Im Gegensatz zum bisherigen Anstieg, wird es nun etwas steiler. Über 16% Steigung kommt man aber nicht hinaus. Oben angekommen, bietet sich ein grandioser Rundblick auf die Gipfel der Glocknergruppe. Die Abfahrt zurück zum Abzweig am Fuscher Törl führt ebenso über das Kopfsteinpflaster. Nun allerdings mit den Bremsen im Anschlag, da man sonst vom Rad fliegen würde.

Das Fuscher Törl auf 2.428 Meter Höhe ist nach wenigen Metern Anstieg erreicht und wirkt als Pass recht unscheinbar. Viel schöner sieht es aus der Ferne aus. Zum Beispiel von der soeben verlassenen Edelweißspitze, von wo aus man erkennen kann wie grazil die Straße um die Felswand geführt wurde. Weiter geht es zum nächsten Highlight, dem Hochtor. Mit 2.504 Meter Höhe markiert es auch den höchsten Punkt auf dieser Tour. Bevor dieser allerdings erreicht wird, geht es vom Fuscher Törl, vorbei an der Fuscher Lacke, nochmals einige Höhenmeter bergab. In einer kahlen und steinigen Hochebene windet sich die Straße dann wieder langsam Bergauf. Nach zwei kurzen Tunneln steht man schließlich auf der anderen Seite des Berges Hochtor und befindet sich auf der gleichnamigen Passhöhe.

Die nächsten 7 Kilometer geht es auf bestem Asphalt bergab. Steile Kurven und lange Geraden auf welchen man die Laufräder rollen lassen kann, wechseln sich häufig ab. Angekommen auf nur noch 1.800 Metern Höhe, erfolgt der nächste Anstieg bis zur Franz-Josephs-Höhe auf 2.369 m. Nach 10 Kilometern relativ moderater Steigung, kommt schließlich die Pasterze und der Großklockner zum Vorschein. Selbst wer am frühen Morgen gestartet ist, wird nun in den Genuss des motorisierten Verkehrs kommen, welcher sich an der Franz-Josephs-Höhe stark bündelt. Etwas ruhiger geht es am höher gelegenen Franz-Josephs-Haus zu. Dieses kann man über eine extrem steile aber auch kurze und schmale Straße erreichen.

Da wir an dem Tag noch guter Dinge waren, wollten wir nicht sofort über den Anstieg zum Hochtor den Rückweg antreten, sondern hatten uns dazu entschieden Heiligenblut einen Besuch abzustatten. Von der Franz-Josephs-Höhe auf 2.369 m geht es annähernd 16 Kilometern bergab bis auf 1.300 Meter Höhe. Von Heiligenblut aus erfolgt der Rückweg dann auf identischem Wege bis hinauf zum Hochtor. Wer den Abstecher wagt, darf nochmal 1.200 Höhenmeter ab Heiligenblut hinzurechnen. Wer dann das Hochtor noch voller Übermut erreichen sollte und nach kurzer Abfahrt an der Fuscher Lacke vorbei, Kraft in den Beinen hat, kann am letzten Anstieg zurück aufs Fuscher Törl das letzte Mal die Muskeln spielen lassen. Anschließend geht es nur noch Bergab und der Tacho zeigt im Ziel in Ferleiten beeindruckende 3.600 Höhenmeter auf 90 Kilometern an.

GPS-Track

Bei GPSies könnt Ihr euch den Track ansehen und in verschiedenen GPS Formaten herunterladen. Mit einem Klick auf „Track anzeigen“ landet Ihr dort.

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