Die Brecherspitz bei Neuhaus am Schliersee, ist im Laufe der Jahre einer meiner Lieblingsberge geworden. Nicht nur weil sie ab München mit der Bahn so einfach zu erreichen ist und damit zu den Münchner Hausbergen zählt, nein, auch ihre markante Form, der Nebengipfel, der Freudenreichsattel, die Kapelle und weitere Highlights machen sie so attraktiv.

Oft wird die Brecherspitz vom Spitzingsattel aus begangen. Entweder über den direkten, sehr steilen unmarkierten Ostgrat oder über die Firstalmen und den Vorgipfel. Ebenso gern wird der Aufstieg ab Neuhaus, über einen der beiden Nordgrate gewählt.

Aufstieg

Für mich beginnt der schönste Aufstieg auch in Neuhaus, er führt aber zuerst in westlicher Richtung, im Tal an Anklspitz und Schlierseespitz vorbei. Den GPS-Track könnt ihr am Ende des Beitrages ansehen und herunter laden.

Nach Neuhaus selbst gelangt man aus München kommend bequem mit der Bayrischen Oberlandbahn (BOB). Entsprechend startet diese Wanderung am Bahnhof, an dem sich allerdings auch ein PKW-Parkplatz befindet.

Um von Neuhaus auf die 1.683 Meter hohe Brecherspitz zu gelangen, sind dann ca. 900 Höhenmeter zu überwinden. Die Rundwanderung ist dabei 13 Kilometer lang. Als Rot markierte Wanderung, ist diese Mittelschwer und durch einige kurze Kraxlstellen sollten sich nur Schwindelfreie Personen an diese Bergwanderung wagen. Je nach Kondition beträgt die Gehzeit zwischen 4 bis 6 Stunden.

Nachdem man Neuhaus verlassen hat, geht es auf einer breiten Forststraße steil hinauf. An der ersten Kreuzung geradeaus, wird der Weg immer kleiner, aber nicht weniger steil. An der zweiten Kreuzung im Wald, nehmen wir den Weg nach links durch immer lichter werdenden Wald. Nach kurzer Zeit erreicht man schon die Almwiesen der Freudenreichalm, welche kurze Zeit später passiert wird.

Über die Almwiesen geht es beständig steil hinauf, bis am Ende der grasbewachsene Freudenreichsattel erreicht ist. Bei kühlem, nassen Wetter, kann man hier mit etwas Glück auf ein paar Exemplare des Alpensalamanders treffen. An der Kante des Freudenreichsattels thront die schon aus dem Tal sichtbare Freudenreichkapelle. In exponierter Lage bietet diese ein klasse Foto-Motiv.

Die Brecherspitz ist jetzt auch zum ersten Male überhaupt sichtbar und auf dem Kamm geht es ihr weiter entgegen. Durch teils leicht ausgesetztes Terrain erreicht man den Vorgipfel. Spätestens ab hier ist es mit der Ruhe vorbei, da man auf die Wanderer trifft, welche vom Spitzingsee aus den kürzeren und leichteren Aufstieg gewagt haben.

Das letzte Kammstück ist an einigen kurzen Stellen mit Seilen gesichert. Wer Schwindelfrei und Trittfest ist, wird in dem steinigen Untergrund keine Probleme haben. Die letzten Meter bis zum Gipfel werden noch einige Latschen durchquert und schließlich kann man die herrliche Aussicht in die Alpen oder das Alpenvorland genießen.

Abstieg

Der Abstieg führt über die Nordkante der Brecherspitz. Im Frühjahr halten sich hier die letzten Schneereste oft sehr lang, weshalb es beim Abstieg ratsam sein kann, Wanderstöcke mitzuführen.

Im oberen Teil des Abstiegs, geht es durchweg durch dichten Latschen-Bewuchs. Teils sehr abschüssig und über glatte Steinplatten, ist hier bei Nässe Vorsicht geboten! Nach dieser kurzen Kraxelei erreicht man die Almwiesen der Ehard- und Ankelalm. Nur kurze Zeit später hat uns der Wald wieder und spuckt uns auch erst in Neuhaus wieder aus.

Das besondere Highlight am Abstieg ist im oberen Teil der durchgängige Blick auf den Schliersee. Da die Route hinab im Gegensatz zum Aufstieg über den Freudenreichsattel aber nicht ganz so viele Highlights bietet, empfiehlt es sich die Tour über den längeren Aufstieg zu gehen.

GPS-Track

Bei GPSies könnt Ihr euch den Track ansehen und in verschiedenen GPS Formaten herunterladen. Mit einem Klick auf „Track anzeigen“ landet Ihr dort.

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